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PANKREASDIAGNOSTIK:
Als bildgebende Verfahren stehen zur Untersuchung des Pankreas folgende Möglichkeiten zur Verfügung:
Ad 1: Röntgen-Abdomen-Übersicht
In der Röntgen-Übersicht lassen sich bei chronischer Pankreatitis häufig Verkalkungen nachweisen, vereinzelt oder in typischer Form das Pankreas nachzeichnend.
Ad 2: Sonographie
Neben Klinik und Labor sind Sonographie und Computertomographie die entscheidenden Untersuchungsmethoden. Die Sonographie gibt als Screening-Methode wichtige Hinweise, hat jedoch Nachteile, insbesondere dadurch, daß die Pankreasregion insbesondere im Bereich der Cauda durch Luftüberlagerungen häufig nur eingeschränkt beurteilbar ist (s.u.).
Ad 3: Computertomographie
In der CT ist die Pankreasdarstellung nur mittels mehrerer Schnitte möglich, da die Achse des Pankreas nicht coronar verläuft. Domäne der CT ist jedoch die Darstellung von Pankreastumoren sowie die Diagnostik der nekrotisierenden Pankreatitis (Darstellung der Nekrosestraßen).
Ad 4: Magnetresonanztomographie
Die Stellung der MRT in der Pankreasdiagnostik ist noch nicht vollständig geklärt, fest steht jedoch die wichtige Bedeutung für die Frage nach Insulinomen, die bereits bei einer Größe von wenigen Millimetern in der MRT diagnostiziert werden können.
Ad 5: Endoskopisch-Retrograde Cholangio-Pancreaticographie (ERCP)
Die direkte Darstellung des Ductus pancreaticus (Ductus wirsungianus) ist nur retrograd durch Sondierung und KM-Injektion möglich, eine Möglichkeit der Darstellung mittels KM-Ausscheidung via naturalis gibt es nicht.
Ad 6: Angiographie
Die Angiographie findet ihre Domäne in der Beurteilung der Infiltration von V. mesenterica superior und V. portae durch Pankreaskopf-Tumoren, da diese über die technische Operabilität entscheidet. Die V. cava inferior wird trotz der engen topographischen Beziehung so gut wie nie durch Pankreaskopftumoren tangiert.
Stellenwert der einzelnen bildgebenden Verfahren:
|
Darstellung von |
Verkalkungen |
Parenchym |
Dct. wirsungianus |
Dct. choledochus |
Gefäße |
|
Abdomen-Rö-ÜS |
++ |
- |
- |
- |
- |
|
Sonographie |
+++ |
++ |
+++ |
+++ |
+++ |
|
CT |
++++ |
++++ |
+ |
++/+++ |
+++ |
|
Angiographie |
- |
- |
- |
- |
++++ |
ANATOMIE
Das Pankreas liegt retroperitoneal im Pararenalraum, d.h. von Nieren und Nebennieren durch die Gerota-Fascie getrennt.
Das Pankreas besteht aus Pankreaskopf mit Processus uncinatus, Pankreaskörper und Pankreasschwanz. Das Pankreas zeigt eine relativ konstante Gefäßbeziehung zentral (Skizze): als Leitstruktur gilt die V. lienalis. Die A. mesenterica superior verläuft zunächst vor dem duodenalen C, um dann hinter dem Pankreas weiter nach kaudal zu ziehen. Der Pankreasgang (Ductus pancreaticus bzw. Ductus Wirsungianus - nach dem Anatomen Wirsung, 1642 in Padua - ) durchzieht das Organ in der Längsachse und mündet entweder gemeinsam mit oder getrennt in der Nähe des Ductus choledochus ins Duodenum (Papilla Vateri).
Topographische Anatomie
1: Ductus choledochus, 2: Ductus pancreaticus (1-2 mm), 3: Duodenum

normaler Sonographiebefund
